Orthomove

Grundlagen der Bewegung

Die Stabilität und Mobilität von Gelenken bildet die Grundlage für Bewegung und gleichmäßige Belastung der Gelenke. Defizite jeglicher Art können zu Überlastungen und zum Teil zu unspezifische Schmerzen führen und erhöhen das Verletzungsrisiko. Die präzise Beobachtung, Beurteilung und Analyse des gesamten Bewegungsverhaltens des Menschen von außen hilft dabei, diese zu erkennen zu beurteilen und zu interpretieren.

Laufen erfordert ein komplexes Zusammenspiel vieler Muskeln des Körpers und ist mehr als nur „ein Fuß vor den Anderen“. Mittels einer Laufanalyse können Fehlbelastung, Fehlstellungen und Abweichungen, wie beispielsweise X- oder O-Beine oder Überpronation im Bewegungsablauf ermittelt werden, die die Ursache von Beschwerden sein können.

Häufig treten Beschwerden nicht erst beim Sport, sondern schon bei alltäglichen Bewegungen auf. Ursachen können Fehl- und Schonhaltungen, Bewegungseinschränkungen oder muskuläre Defizite sein. Um diese zu identifizieren können spezielle Tests genutzt werden. Diese werden im Rahmen einer funktionellen Analyse eingesetzt. Je nach Fragestellung kommen verschiedene motorische und funktionelle Tests zur Anwendung.

Verletzungen wie Kreuzbandrisse, Bänderrisse im Sprunggelenk oder Frakturen am Fuß, Schienbein oder Oberschenkel beeinflussen unsere Bewegung und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Verletzung. Eine gezielte Analyse der statischen und dynamischen Stabilität der Beinachse dient der sichereren Rückkehr in den Alltag (Return-to-Activity) und den Sport (Return-to-Sport). Auch eine Testung im gesunden Zustand zur Ermittlung persönlicher Referenzwerte oder bereits bestehenden Defiziten ist zu empfehlen. Im Falle einer Verletzung können Therapieziele besser Definiert und Fortschritte überprüft werden.

Eine individuelle Analyse dient nicht nur der Aufdeckung von Fehlbelastungen und Ursachen von Beschwerden. Die Ermittlung der aktuellen Leistung im Sprint, Sprung oder Agilität kann den Trainingsprozess eines Sportlers oder einer gesamten Mannschaft optimieren und so die Leistung verbessern.

Die Feststellung des aktuellen „Ist-Zustandes“ bildet die Grundlage für weitere Maßnahmen zur Behebung eventueller Fehlbelastungen, wie z.B. Physiotherapie oder orthopädische Hilfsmittel. Durch individuelle Übungs- und Trainingsempfehlungen sollen Beschwerden reduziert oder verhindert werden.

Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Wenn eine Körperregion beeinträchtigt ist, können andere Muskeln das nur oberflächlich kompensieren. Das geschieht oft auf Kosten der korrekten und symmetrischen Ausführung komplexer Bewegungen. Die Folgen reichen von muskulären Dysbalancen, Anomalien und Asymmetrien der Körperstatik, funktionellen Bewegungseinschränkungen in Mobilität und Stabilität (Wirbelsäule und Extremitätengelenken) bis hin zu schmerzhaften Funktionsstörungen des Bewegungsapparates mit zum Teil immer wieder auftretenden, unspezifischen Schmerzen und einem erhöhten Verletzungsrisiko.

Die funktionelle Bewegungsanalyse lehrt, das Bewegungssystem und das Bewegungsverhalten des Menschen von außen zu analysieren, d.h. Auffälligkeiten zu erkennen, zu beurteilen und zu interpretieren. Das Konzept basiert auf der präzisen Beobachtung und Beurteilung der Gelenke des Körpers, von statischer Positionen, als auch von komplexen kinematischen Bewegungsketten.

Durch funktionelle Tests werden symptomrelevante angeborene oder durch alltägliche Bewegungsgewohnheiten erworbene Fehler in der Ansteuerung, Asymmetrien, Dysbalancen und Schwachstellen aufzudecken. Aber auch Einschränkungen in der Beweglichkeit und in der Stabilität analysiert. Die Stabilität und die Mobilität in den Gelenken bildet die Grundlage für das Ausführen von Bewegungen. Statt einzelner Körperpartien werden grundlegende Bewegungen und Funktion des gesamten Körpers erfasst. Dabei geht es um das komplexe Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken. Hierzu werden Bewegungen durchgeführt die jeder ohne Ausweich- oder Kompensationsbewegungen oder Schmerzen durchführen können sollte.

Funktionelle Tests können die Voraussetzungen für eine optimale Behandlung bringen und präventiv vor möglichen Schmerzen bei Sport und Alltag schützen. Anhand der Dokumentation der Tests werden Trainingspläne entwickelt, bei dem die Übungen gezielt diese Defizite ausgleichen sollen. Hierzu gehört das korrekte Aktivieren, Hemmen und die Anbahnung von Muskeln ebenso wie die richtige Auswahl der Übungen.

Wir analysieren ihre Bewegung mittels der folgenden Tests

  • FMS™: bewertet die Bewegungsqualität während komplexen Bewegungsmustern
  • Y-TEST: teste das dynamische Gleichgewicht im Einbeinstand. Die Ergebnisse in Relation zur Beinlänge und im Symmetrievergleich
  • BASES: Die klinischen Basistests prüfen die grundlegende muskuloskeletale Funktionalität mit Fokus auf Haltung, Beweglichkeit und aktive Bewegungssteuerung

Bei der Laufbandanalyse läuft der Patient zunächst barfuß, später in Schuhen auf einem speziellen Laufband. 2 Kameras nehmen die Bewegungsabläufe von vorne, hinten und den Seiten auf und übermitteln die Daten an eine spezielle computergestützte Software.

Die Laufbandanalyse hat das Ziel, den Läufer individuell zu unterstützen, drohende Beschwerden zu verhindern, Verletzungsrisiken und Fehlstellungen im Bewegungsablauf (X- oder O-Beine oder Überpronation) aufzuzeigen und mögliche Ursachen für vorhandene Beschwerden (Knieschmerzen, Knieproblemen, Achillessehen-Schmerzen…) aufzudecken. Die Überprüfung des Gangbildes ist für jede Altersgruppe ratsam. Egal ob Sportler oder nicht.

Zu Beginn einer Laufband- bzw. Ganganalyse steht das persönliche Gespräch zwischen Läufer und Analyst, sowie eine körperliche Untersuchung.

Der erste Durchlauf auf dem Laufband erfolgt zunächst barfuß, um zwischen einem körperlichen Problem, zum Beispiel in Form von Fehlstellungen, und einem falschen Schuh unterscheiden zu können. Bei jeder Analyse werde relevante Punkte am Rücken, an den Hüften, am Gesäß und natürlich an den Beinen markiert. Dies ist notwendig, um die Position einzelner Körpersegmente mittels Videoanalyse sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen der Fußaufsatz sowie die Bewegung und Stellung von Fußgelenk, Knie, Hüfte und Oberkörper.

  • Bei der GANGANALYSE wird das Bewegungsmuster zunächst Barfuß bei normaler Gehgeschwindigkeit (4-6km/h) und im Anschluss mit Schuhen bei gleicher Geschwindigkeit betrachtet und analysiert.

 

  • Bei der LAUFANALYSE wird neben dem Barfußgehen (4-6 km/h) auch das Laufen (ab ca. 8 km/h) Barfuß und mit Schuhen analysiert. Die üblichen Laufschuhe sollten zu einer Bewegungsanalyse unbedingt mitgebracht werden. Anhand der Abnutzung der Sohlen lassen sich bereits erste Schlüsse auf eventuelle Überpronation oder Supination

 

Die so gewonnene Daten und die Feststellung des aktuellen „Ist-Zustandes“ dienen der späteren Beratung und bilden die Grundlage für weitere Maßnahmen zur Behebung eventueller Fehlbelastungen. Im Mittelpunkt steht das Lauf- und Gangverhalten sowie Fußaufsatz, Fußgelenkstellung, Kniestellung, Hüftstellung und Oberkörperbewegung. Aktive Maßnahmen, wie die Optimierung der Abrollbewegung, als Voraussetzung für ein gelenkschonendes Gehen und Tipps zu Laufstil und Lauftechnik, werden mit dem Patienten besprochen. Ratschläge zu physiotherapeutischen Übungen, Trainingsempfehlungen und unterschiedlichen Kraftübungen werden gegeben und geübt. Auch über eventuell notwendige Einlagen oder Tipps für Laufschuh kann sich im Abschlussgespräch ausgetauscht werden.

Eine individuelle Laufbandanalyse dauert ca. 45-60 min. Das anschließende Beratungsgespräch (extra Termin) ca. 30 min.

 

Zur jeweiligen Analyse sind bitte mitzubringen:

Eine möglichst enganliegende, kurze Hose (idealerweise Bade- oder Unterhose in Slipform bzw. Bikini oder Sport-BH)

Immer wieder kommt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, ohne ein hohes Risiko der Wiederverletzung, wieder ins Training oder die sportliche Belastung einzusteigen.

Mit standardisierten Tests und Bewertungskriterien soll dieser Frage wissenschaftlich beantwortet und anhand von Qualitativen und quantitativen Kriterien entschieden werden. Der aktuelle Leistungsstand des verletzten Beins wird ermittelt und mittels des „limb symmetry index“ in Relation zum gesunden Bein gesetzt. Neben Seitendifferenzen wird zudem auf unphysiologische Winkelstellungen sowie Fehl- und Schonhaltungen geachtet. Schnelligkeit, Explosivkraft, Gleichgewicht u.v.m. werden getestet.

In Abhängigkeit von der Sportart oder Aktivität die wieder ausgeübt werden soll werden verschiedene Anforderungen in den Test gestellt. Diese werden in 4 Level eingeteilt (modifiziert nach Daniel et al. 1994):

Level 1: Vorbereitung auf einbeinige Belastungen (Sport ohne Sprünge wie Golf / Alltagsaktivität)

Level 2: Vorbereitung auf Sprungbelastungen (dynamische Sportarten ohne Dreh- und Stoppbewegung wie Joggen oder Sprinten / Leichte körperliche Arbeit)

Level 3: Vorbereitung auf seitliche Sprungbelastungen (Sportarten ohne Gegnerkontakt mit seitliche Bewegungen und geringeren Dreh- und Stoppbewegungen als Level4 wie Tennis, Squash, Skisport / Harte körperliche Arbeit, Klettern unebene Boden)

Level 4: Vorbereitung auf multidirektionale Sprungbelastungen (Sportarten mit Gegnerkontakt mit Sprüngen, schnellen Dreh- und Stoppbewegungen wie Fußball, Basketball, Handball / Aktivität im Alltag wie Lvl 1 Sport)

Dank dem OptoGait-Messsystem können wir weit mehr als nur das Laufen und die alltägliche Bewegung analysieren. In vielen Sportarten sind Sprünge ein großer Bestandteil und somit ein Leistungsfaktor. Durch die Analyse der Leistung und Technik kann der aktuelle Leistungsstand ermittelt werden und bei Bedarf verbessert werde. Denn eine gute Technik führt zu Sprunghöhe, minimiert die Belastung und wirkt präventiv Verletzungen vor.

Sprünge stehen auch bei der Entscheidung einer Rückkehr zum Sport im Mittelpunkt. Immer wieder kommt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt wieder ins Training einzusteigen, ohne ein hohes Risiko der Wiederverletzung. Mit standardisierten Tests und Bewertungskriterien kann dies entschieden werden. Hierzu wird der aktuelle Leistungsstand des verletzten Beines, Seitendifferenzen sowie Fehl- und Schonhaltungen erfasst.

Dynamik, Schnelligkeit und Beweglichkeit sind in vielen Sportarten von enormer Bedeutung und können über Sieg und Niederlage entscheiden. Dank mobiler Messtechnik (Lichtschranken & OptoGait) können wir die Leistung im Bereich Sprint, Sprung und Agilität einer kompletten Mannschaft vor Ort analysieren und mit dem Trainer auswerten.

Allgemeine Information

Bei den Analysen handelt es sich um Leistungen, die nicht von allen Krankenkassen übernommen werden. Über einen Kostenvoranschlag kann im Vorfeld sowohl bei den privaten als auch den gesetzlichen Krankenkassen eine Kostenübernahme geklärt werden. Die Preise richten sich nach Art und Zusammenstellung der Analysen entsprechend der Fragestellung.

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